20. Oktober 2020

Großes iranisches Energieunternehmen will Strom an Krypto-Minenarbeiter verkaufen

Iranischer Energiekonzern will Strom aus sauberer Energiequelle an Krypto-Minenarbeiter verkaufen.
Auch Kraftwerke im Iran haben die Genehmigung der Regierung, Krypto abzubauen.
Der Iran ist nach wie vor eines der wichtigsten Zentren des Kryptobergbaus außerhalb Chinas.

Nach Erhalt der Genehmigung zur Aufnahme des Kryptobergbaus planen einige Stromkonzerne im Iran auch den Verkauf von Strom an Kryptowährungsbergleute im Land.

Der Iran entwickelt sich offenbar zu einem der wichtigsten Zentren für den Kryptogeldabbau außerhalb Chinas. Günstige Regierungsverordnungen, die auf Lizenzvergabe statt auf Verbot basieren, führen dazu, dass das Land einen größeren Anteil an der weltweiten Verteilung der Hash-Raten im Bitcoin-Bergbau hat.

Verkauf von Macht an Crypto-Minenarbeiter

Wie die Teheran Times am 21. September berichtete, plant die iranische Thermal Power Plant Holding Company (TPPH), überschüssigen Strom an Krypto-Minenarbeiter zu verkaufen. TPPH, eines der größten iranischen Energieunternehmen, ist Berichten zufolge bereit, eine Ausschreibung für die Lieferung von Strom aus drei Anlagen an Bergbauunternehmen durchzuführen.

Im Iran ist die Stromproduktion aufgrund umfangreicher Investitionen in die Stromerzeugungsinfrastruktur erheblich gestiegen. Das Regierungsmandat beschränkt die Energieunternehmen jedoch auf stabile Preisregelungen, was Berichten zufolge die Rentabilität dieser Einrichtungen einschränkt.

Für Mohsen Tarztalab, den Chef der TPPH, ist der Stromverkauf an iranische Krypto-Minenarbeiter eine Möglichkeit, mehr Einnahmen zu erzielen. Das Unternehmen wird jedoch nur Strom verkaufen, der aus nicht-fossilen Brennstoffquellen wie Turbinen erzeugt wird, die nicht Teil der Lieferung des Unternehmens an das nationale Netz sind.

Iran drängt auf Dominanz des Kryptobergbaus

Da der Krypto-Bergbau im Iran überwiegend auf fossilen Brennstoffen basiert, könnte der Schritt von TPPH die Entstehung eines auf erneuerbaren Energien basierenden Krypto-Währungsbergbaus im Land begünstigen. Tatsächlich bewirkte die überwältigende Nutzung fossiler Brennstoffe im Iran eine erhebliche Verringerung des Anteils des weltweiten Kryptobergbaus, der mit sauberer Energie betrieben wird, im Jahr 2019.

Den Daten des Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index zufolge entfallen auf den Iran etwa 3,87% der weltweiten Verteilung der Bitcoin-Hash-Rate. Diese Zahl entspricht einem Wachstum von fast 100 % ab September 2019, was weitgehend auf die günstigen Stromtarife des Landes zurückzuführen ist.

Die positive Haltung Teherans gegenüber dem Krypto-Bergbau trägt ebenfalls dazu bei, Anreize für mehr Aktivitäten im Land zu schaffen. Wie bereits zuvor von BeInCrypto berichtet, forderte der iranische Präsident Hassan Rouhani die Zentralbank auf, eine nationale Strategie für den Krypto-Währungsabbau zu entwickeln.

Die iranische Regierung hat außerdem über 1.000 Betriebslizenzen an Krypto-Minenarbeiter vergeben. Die Kraftwerke haben sogar grünes Licht, überschüssigen Strom für den Kryptogeldabbau zu nutzen.